Im Zeitraum vom 04.-06. August 2017 findet in Chicago die alljährliche Capstone Conference des Enhancing Life Project statt, auf der sich die rund 35 dem Projekt angehörenden renommierten Wissenschaftler aus verschiedenen Ländern und unterschiedlichsten Forschungsbereichen mit dem Thema der ethischen Lebensverbesserung beschäftigen. Anliegen des Forscherkreises ist es, über die stetige Ausweitung menschlicher technologischer Ressourcen im Rahmen der Anfälligkeit sowie Qualitätserhöhung des Lebens in Gegenwart und Zukunft zu reflektieren.
Im Rahmen eines neuen Veranstaltungsfeatures, den „student night talks“, werden dieses Jahr auch neun Nachwuchswissenschaftler die Gelegenheit erhalten, aus ihrem jeweiligen Forschungsblickwinkel zu ethischen Fragen rund um das Thema Lebensqualität beizutragen. Wir freuen uns sehr, dass mit Tanja Dannenmann auch ein Mitglied des Graduiertenkollegs eingeladen wurde, zu ihrem Thema vorzutragen. 

Sie wird sich aus theologischer Perspektive mit der Bedeutung negativer Emotionen im Entscheidungs- und Handlungsprozess auseinandersetzen. Ihr Vortrag wird aufzeigen, dass entgegen einer langen philosophischen Tradition, die bereits in der Antike die Emotionen als dem guten Handeln abträglichen Kräfte verurteilte, diese in der Ethik berücksichtigt werden müssen. Darüber hinaus vermitteln frühchristliche Narrationen über Jesus, dass paradoxerweise gerade negativ erlebte Emotionen maßgeblich zum rechten Handeln und somit zur personalen wie sozialen Lebensverbesserung beitragen. Auf dieser Grundlage wird der Zusammenhang zwischen einem „guten Leben“ und emotionalem Leiden neu bestimmt und aktualisiert.

Vortrag auf der Capstone Conference in Chicago